Presse/ Texte

 

Trierischer Volksfreund 19.05.2011

Den geistigen wie materiellen Raum thematisiert der in Trier lebende Markus Zender in seinen abstrakten Collagen „Dynamics“, die er auch zum Wettbewerb eingereicht hat. Aus alten Plakaten schneidet er Stücke und abstrakte Formen und klebt sie zu vielschichtigen farbenprächtigen Räumen zusammen. „Dynamics“ ist eine Art endlose Geschichte, die Zender ganz spontan als Bilderfolge nach Lust und Laune liegenlässt oder weitererzählt. Überhaupt sind es die Lust und Laune, die den gelernten Grafiker vor allem zur freien Kunst drängen. „In der Kunst fühle ich mich ungebunden und frei“, sagt der 1969 geborene Künstler. Frei wählt er auch gern seine Mittel.
Zender ist ein Multi-Media-Künstler, der vom Video zum Schweißapparat wechselt, um ein Objekt herzustellen und anschließend mit einem Spezialgerät die Stücke für seine Collagen schneidet. „Ich spiele gern“, dieses Credo gehört für den Trierer Künstler auch zur Lust an der Kunst. Die Auseinandersetzung mit dem Raum gehört für Zender zu den großen Herausforderungen. Und überdies: „Ich möchte auch, dass sich für den Betrachter ein ästhetischer Genuss ergibt“. Was ganz besonders für Zenders „Dynamics“ gilt.

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Trierischer Volksfreund 11.05.11

Mit seiner Aktion „Art Bin“ mischt der Künstler Michael Landy derzeit die Londoner Kunstszene auf: Er bittet Kollegen, Werke in einer überdimensionale Mülltonne zu entsorgen. Die Resonanz in der Region Trier ist geteilt.

Trier. Von „schockierenden Szenen“, spricht Künstler Michael Landy und von einem „Monument kreativen Scheiterns“: Er hat in der South London Gallery eine zehn mal 15 Meter große und vier Meter hohe Mülltonne installiert und andere Künstler aufgefordert, in dieser „Art Bin“ unliebsam gewordene oder unvollendet gebliebene Kunstwerke zu entsorgen. Teilnehmer aus aller Welt haben sich angesagt. Was halten Künstler der Region von der Aktion?

Die Schöndorfer Objektkünstlerin Marita Massoth kennt den Gedanken, Werke loswerden zu wollen: In ihrem Atelier landet Nichtgelungenes durchaus schon mal in der Tonne – allerdings in der eigenen.

Auch Sabine Wissmann, Malerin und Designerin aus Trier, könnte sich vorstellen, einen „Beitrag“ zu einer „Art Bin“ zu leisten. Doch sie plädiert für eine sinnvollere Nutzung als das Zerstören.

Das sehen die meisten anderen Künstler in der Region genauso: „Bilder sind Visionen aus der Seele eines Träumers und immer etwas wert“, findet Jasmin Schreiner, Aquarellmalerin aus Saarburg. Sie würde Kunstwerke lieber verschenken als vernichten.

Auch der Trierer Fotograf Sade plädiert dafür, die Tonne samt Inhalt zu erhalten. Argument: Die Idee sei schon ein Kunstwerk.

Der Trierer Grafiker und Medienkünstler Markus Zender scherzt, er werde sich aus seinen großformatigen Arbeiten einmal einen Altersruhesitz bauen.

Und Jutta Limburg, Malerin und Objektkünstlerin aus Trier, empfiehlt Michael Landy: „Der soll doch seine eigenen Sachen wegwerfen.“ Sie hält die Aktion für eine Marketingluftblase. Limburg erinnert an die Trierer Künstlerin Uta Stahl (1959 – 2003): Sie verbrannte seinerzeit aus Protest über mangelnden Kunstkauf-Enthusiasmus eigene Werke.

Der Maler Patrick Rödig aus Trier schließlich lehnt jegliche Zerstörung künstlerischer Werke mit Vehemenz ab. Mit Abscheu erinnert er sich an den elsässischen Kunsträuber, der zwischen 1995 und 2001 mehr als 200 Werke aus europäischen Museen stahl. Nach seiner Verhaftung entsorgte seine Mutter einen Großteil der Beute – darunter Bilder von berühmten Künstlern wie Cranach, Breughel und Dürer – indem sie sie schredderte oder im Fluss versenkte. Rödigs Kommentar zur Londoner Aktion: „Man muss ja nicht jeden Müll mitmachen.“

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Trierischer Volksfreund 11.04.11

Das Kunst-Kombinat-Trier meint, es gebe zu wenig bezahlbaren Atelierraum in Trier. Es möchte, dass die Stadt den Künstlern hilft, bezahlbare Räume zu finden. Weitere Wünsche an die Adresse der Stadt sammelte es bei seiner jüngsten Performance „Bei mir ist kein Platz – ich komm‘ zu Euch!“ ein.

Trier. Mit der Ausstellung des Anhänger-Ateliers will das Kunst-Kombinat-Trier gemeinsam mit Markus Zender und Oliver Wetter auf die Ateliersituation von Künstlern in Trier aufmerksam machen.

Mit der jüngsten kunst-politischen Initiative „Bei mir ist kein Platz – ich komm‘ zu Euch!“ sammelt es Wunschlisten von Kulturschaffenden an die Stadt ein. Zugleich sucht es das Gespräch mit der Öffentlichkeit über die unbefriedigende Arbeitssituation von Künstlern.

„Wir wollen mit der Politik und der Öffentlichkeit über Kunst sprechen und erreichen, dass sie sich für die Probleme der Kulturschaffenden interessieren und einsetzen“, sagt Laas Koehler über die Aktion. Das Kunst-Kombinat-Trier wolle in circa zwei Wochen die Wunschzettel an Kulturdezernet Thomas Egger übergeben. Weitere Wunschzettel könnten noch in den kommenden Tagen bei der Artothek in der Tuchfabrik abgegeben oder über die Website www.myspace.de/kunstkombinattrier geschickt werden.

„Wir haben auch einen leeren Wunschzettel bekommen, den wir natürlich auch überreichen wollen“, sagt er. Deshalb seien die meisten Künstler aber nicht wunschlos, fügt er schmunzelnd an. Im Laufe der Aktion sei es zu vielen interessanten Gesprächen gekommen. Und damit habe der Dialog bereits begonnen. „Wichtig ist, dass wir das Thema weiter verfolgen“, meint Koehler und versichert, dass das Kunst-Kombinat am Ball bleibe.

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Trierischer Volksfreund 11.04.10

Das Kunst-Kombinat-Trier meint, es gebe zu wenig bezahlbaren Atelierraum in Trier. Es möchte, dass die Stadt den Künstlern hilft, bezahlbare Räume zu finden. Weitere Wünsche an die Adresse der Stadt sammelte es bei seiner jüngsten Performance „Bei mir ist kein Platz – ich komm‘ zu Euch!“ ein.

Trier. Mit seinem Fahrrad zieht Laas Koehler das Atelier seines Freundes Markus Zender auf einem Anhänger hinter sich her zum Kornmarkt. Mit der Ausstellung des Anhänger-Ateliers will das Kunst-Kombinat-Trier gemeinsam mit Markus Zender und Oliver Wetter auf die Ateliersituation von Künstlern in Trier aufmerksam machen.

Mit der jüngsten kunst-politischen Initiative „Bei mir ist kein Platz – ich komm‘ zu Euch!“ sammelt es Wunschlisten von Kulturschaffenden an die Stadt ein. Zugleich sucht es das Gespräch mit der Öffentlichkeit über die unbefriedigende Arbeitssituation von Künstlern.

„Wir wollen mit der Politik und der Öffentlichkeit über Kunst sprechen und erreichen, dass sie sich für die Probleme der Kulturschaffenden interessieren und einsetzen“, sagt Laas Koehler über die Aktion. Das Kunst-Kombinat-Trier wolle in circa zwei Wochen die Wunschzettel an Kulturdezernet Thomas Egger übergeben. Weitere Wunschzettel könnten noch in den kommenden Tagen bei der Artothek in der Tuchfabrik abgegeben oder über die Website www.myspace.de/kunstkombinattrier geschickt werden.

„Wir haben auch einen leeren Wunschzettel bekommen, den wir natürlich auch überreichen wollen“, sagt er. Deshalb seien die meisten Künstler aber nicht wunschlos, fügt er schmunzelnd an. Im Laufe der Aktion sei es zu vielen interessanten Gesprächen gekommen. Und damit habe der Dialog bereits begonnen. „Wichtig ist, dass wir das Thema weiter verfolgen“, meint Koehler und versichert, dass das Kunst-Kombinat am Ball bleibe.
Markus Zender und Laas Koehler bereiten die Aktion „Bei mir ist kein Platz – ich komm‘ zu Euch!“ vor. TV-Foto: Max Henning Schumitz

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Kurzinterview nach der Eröffnung der „Dynamics“ Ausstellung im Amtsgericht Trier am 14.01.2008

Int.: ………………..warum arbeiten Sie in der Collagetechnik?
M.Z.: Es gibt so viel bedrucktes Papier wie nie zuvor. Es liegt viel davon herum. Mir gefällt Papier wegen seiner Sauberkeit.
Int.: Sie sammeln also das Papier für Ihre Arbeiten?
M.Z.: Der durchschnittliche Papierverbrauch pro Kopf ist in Deutschland seit 1950
kontinuierlich von 30 kg jährlich auf 250 kg jährlich gestiegen. Mir scheint es gibt zu viele Bäume. Mein Arbeitsmaterial stammt ausschließlich aus Kampagnen der Außenwerbung. Die haben gutes, haltbares und UV-beständiges Material. Der ständige
Wechsel des verfügbaren Materials macht Spaß und ist eine sich immer erneuernde Herausforderung für die Papercut`s.
Int.: Ihre Arbeiten aus dem Werkzyklus „Dynamics“ bestehen also aus Fragmenten der Werbesprache?
M.Z.: Ja, dort kommen die hochwertigen Grafikdesigns – von den superspezialisierten Kollegen der Werbeagenturen zum Einsatz. Es stellt für mich eine Art Genugtuung dar, die Werbebotschaften auf formal – grafische Inhalte zurückzuführen.
Int.: Das hört sich konkret an. Ihre Arbeiten jedoch sind abstrakt. Wie schaffen Sie diesen Brückenschlag?
M.Z.: Bei jeder Arbeit in dem Werkzyklus gab es den Moment, in dem das Bild mir verrät, was es werden will. Dann entscheidet der
Materialfundus und die Tagesform darüber, was es wird. Die Collagetechnik ermöglicht es mir außerdem, ebenso großzügig und schnell, wie treffsicher und spontan im Umgang mit Farben und Texturen zu arbeiten.
Int.: Die neuen Arbeiten aus dem Werkzyklus „Dynamics“ sind auffallend raumergreifend und energiegeladen. Woher kommt das?
M.Z.: Das Raumergreifende kommt von den Plakaten.
Int.: Gibt es dafür ein Rezept?
M.Z.: Ja.